• 4 I Demokratiebildung in Ihrer Kita gemeinsam umsetzen

    Abschnittsübersicht

    • Hervorgehoben
       
        Was erwartet Sie in diesem Kapitel? 

      Jede Kita hat ganz eigene Abläufe, Strukturen, Kinder und Themen. Darüber hinaus ist auch jedes Team ganz individuell zusammengesetzt. Aus diesem Grund soll dieses Kapitel dazu beitragen, dass Sie das Thema Demokratiebildung speziell auf Ihre Einrichtung übertragen können. Wir möchten Ihnen in diesem Kursabschnitt Anregungen mit an die Hand geben, mit welchen Sie auch langfristig die Demokratiebildung in Ihrer Kita immer wieder reflektieren und weiterentwickeln können. Nachfolgend stellen wir daher vor, 

      • wie eine strukturelle und verbindliche Verankerung für demokratische Prozesse im Kita-Alltag (z.B. in der Konzeption) erfolgen kann, 
      • welche Methoden Sie anwenden können, um gemeinsam im Team an der demokratischen Grundhaltung zu arbeiten,
      • und welche Anregungen es für Sie bzw. Ihr Team gibt, um die demokratische Praxis zu reflektieren.

        Geschätzte Bearbeitungszeit für dieses Kapitel: individuell (reine Lesezeit ca. 1 h)

      •  Strukturelle & verbindliche Verankerung

        Damit Alltagsdemokratie im Team gemeinsam gelebt werden kann und als wichtiger Grundstein der Demokratiebildung in jeder Kita gelegt wird, sind klare Strukturen und die Vereinbarung von gemeinsamen Grundsätzen notwendig. Das beinhaltet auch, Verhaltensmuster zu reflektieren und immer wieder auch die Fragen zu stellen: Was braucht unsere Kita gerade? Was ist unser Ziel? Wie fördern wir die Kompetenzen und die Teilhabe aller Kinder?

        Kompetenzen, die die Kinder durch Demokratiebildung in der Kita erwerben können: 

        Die Beantwortung der Fragen und die Förderung der Kompetenzen gelingt am besten, wenn Sie sich zusammen im Team Zeit nehmen und dadurch eine gemeinsame Grundhaltung entwickeln. Die gemeinsam entwickelten Grundsätze werden transparent, wenn Sie in einer Kita-Verfassung, in der Konzeption und durch Beteiligungsformate definiert werden. Nutzen Sie dazu gerne die in den nächsten beiden Themenblöcken vorgestellten Methoden und Reflexionsfragen.
      •   Methoden für die Weiterentwicklung im Team

        Oft ist das Schwierigste, einen Anfang zu finden. Sie haben in den vorausgegangenen Kapiteln viele Anregungen erhalten, wie Demokratiebildung in der Kita umgesetzt werden kann. Aber wie holen Sie alle Kolleginnen und Kollegen mit ins Boot, damit Sie gemeinsam an einem Strang ziehen können? Am besten gelingt dies mit einer gemeinsamen Aufgabe, bei der sich jede und jeder beteiligen kann. Eine Atmosphäre, die ausstrahlt, dass Sie sich als lernende Gemeinschaft verstehen und in der jede und jeder willkommen ist, trägt zur Aufgeschlossenheit für dieses Thema bei. 

        Nachstehend erhalten Sie einige Materialien und Anregungen, mit welchen Sie sich mit Ihrem Team auf den Weg zu einer gemeinsamen demokratischen Grundhaltung machen können: 

         

      •    Reflexionsanregungen

        Beim Durcharbeiten des Kurses haben Sie sicherlich schon gemerkt, dass eine erfolgreiche Umsetzung von Demokratiebildung eng verbunden ist mit der Reflexion der Kita-Praxis und der eigenen Grundhaltung. Um in der Kita eine gemeinsame Grundhaltung (weiter) zu entwickeln, hat jede Kita eine Konzeption, die die Basis für Ihre (Zusammen-)Arbeit darstellt. 

        Mit den ↪ IFP-Reflexionsfragen Demokratiebildung, die aus dem IFP-Modul B 🔗Orientierungsrahmen "Erfolgreiche Konzeptionsentwicklung leicht gemacht" entstammen, können Sie gemeinsam mit Ihrem Team weiter an Ihrer Grundhaltung feilen, um die gelebte Alltagsdemokratie in Ihrer Einrichtung umzusetzen. Sie können sich die Fragen über das verlinkte Dokument herunterladen oder hier ansehen:  

      • Neben diesen Reflexionsfragen gibt es noch weitere Anregungen zur Reflexion der Kitapraxis: 

        • Der 🔗PQB-Qualitätskompass beleuchtet auf Grundlage der Kinderrechte viele Rubriken, die dem Bereich der Demokratiebildung zugeordnet werden können. Vor allem der Blickwinkel II befasst sich mit der Teilhabe aller Kinder in der Kita, diese Fragen sind Ihnen auch in den Kursabschnitten von Kapitel 3 bereits begegnet. 

         

         

        • Die sogenannten 🔗BEP-Lupen, die im Rahmen des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans am IFP erarbeitet wurden, sind geeignet, um themenspezifische Anregungen einzuholen.

         

        • Den 🔗KOMPIK Beobachtungs- und Einschätzbogen für Kinder von 3,5 bis 6 Jahren können Sie nutzen, um bei der Kompetenzanalyse der Kinder noch tiefer einzusteigen. Im Bogen werden sehr detailliert die Kompetenzen aufgelistet, die in der Kita erworben werden können. Für den Fokus auf demokratische Kompetenzen können Sie die Bereiche der sozialen, emotionalen und motivationalen Kompetenzen näher in den Blick nehmen. Die dort aufgelisteten Fähigkeiten lassen sich wie einzelne Bausteine den unter "Strukturelle & verbindliche Verankerung" zusammengefassten Kompetenzen zuordnen. Hier können Sie sich die Frage stellen: Wie unterstützen wir den Erwerb dieser Kompetenzen?

         

        • Derzeit wird auch die Kindergarteneinschätzskala, die einige Kitas nutzen, überarbeitet. Sie wird eine Erweiterung zur Partizipation KES-P erhalten. 

         

        • Das JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis stellt das 🔗 Reflexionskartenset "Haltung zeigen" entwickelt, mit dem Kita-Teams anhand von Reflexionsfragen und Fallbeispielen eine gemeinsame Haltung entwickeln können.
      • Mit diesem Überblick über die Möglichkeiten, wie Sie die gelebte Alltagsdemokratie in Ihrer Kita stärken und damit letztendlich auch die Demokratiekompetenzen der Kinder fördern können, neigt sich der Kurs langsam dem Ende entgegen. Nehmen Sie sich als nächstes noch kurz Zeit für den ↪Abschluss und ein kurzes Feedback in der nächsten Rubrik.