3.1 Methoden der vorschulischen Sprachbildung
Abschnittsübersicht
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HervorgehobenIm folgenden Abschnitt lernen Sie drei Methoden kennen, mit denen Sie Ihre sprachliche Bildungspraxis kindorientiert und wirkungsvoll gestalten können: Dialogisches Lesen, Einsatz von Modellierungstechniken und Scaffolding. Sie unterstützen die Kinder durch diese Methoden beim Erwerb der deutschen Sprache besonders dann, wenn die Methoden dem Sprachstand der Kinder angemessen eingesetzt werden. Behalten Sie unbedingt den Fortschritt der Kinder im Auge und bleiben Sie nicht auf dem einfacheren Niveau stehen!
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Sprachförderprogramme
Sprachförderprogramme sind meist vorgefertigte didaktische Einheiten, in denen ein bestimmtes Thema, ein bestimmter Wortschatz oder eine bestimmte sprachliche Struktur gelernt und geübt werden soll.
Diese Programme gehen aber oft an den Interessen der Kinder vorbei und ermöglichen meist weder Ko-Konstruktion noch Partizipation.- Fördereffekte durch Programme können nicht nachhaltig nachgewiesen werden.
- Nachgewiesen hingegen sind Vorteile einer positiven und feinfühligen Beziehungsgestaltung – die besonders Kinder in herausfordernden Lebenssituationen (wie z. B. Fluchterfahrung) brauchen.
- Achten Sie darauf, dass die gemeinsame Beschäftigung mit den Kindern sowohl geplant als auch zielgerichtet ist und das gemeinsame Nachdenken fördert. Sorgen Sie dafür, dass die Kinder ein optimales Maß an kognitiver Herausforderung erhalten und bieten Sie ihnen gleichzeitig einfühlsame Unterstützung.
- WICHTIG: Programme sind nicht zu verwechseln mit additiven Sprachförderangeboten wie dem Vorkurs Deutsch. Im Vorkurs Deutsch wird nach dem BayBEP ko-konstruktiv mit dialogorientierten Methoden gearbeitet – er ist nur spezifisch organisiert.
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BAZI
BAZI steht für vier verschiedene Handlungen (Beobachten, Abwarten, Zuhören und Interagieren), die alle sehr wichtig sind, wenn pädagogische Kräfte mit Kindern, die sprachlich noch Unterstützung brauchen, interagieren.
Beoabchten: Die pädagogische Kraft beobachtet das Kind sorgfältig und achtet genau darauf, was es sagt oder tut. Manchmal gibt das Kind den Anstoß und versucht, durch Handlungen, Gesten, Laute oder Worte zu kommunizieren. Manchmal beginnt das Kind auch einfach mit einer Aktivität oder Routine. Dies zeigt der pädagogischen Kraft, woran das Kind interessiert ist.
Abwarten gibt dem Kind Zeit (ca. 5-10 Sekunden) , etwas zu beginnen oder sein Interesse an etwas zum Ausdruck zu bringen. So hat das Kind Zeit, das Gespräch zu beginnen oder sein Interesse zu bekunden. Das Kind kann so die Kontrolle über die Interaktion übernehmen. Das Warten zeigt dem Kind, dass es der pädagogischen Kraft wichtig ist und sie sich dafür interessiert, was es zu sagen hat.
Zuhören ist besonders bedeutsam: Anstatt sich zu überlegen, was sie als Nächstes sagen möchte, sollte die pädagogische Kraft dem Kind zuhören, damit sie auf alles, was das Kind sagt, angemessen reagieren kann. Indem sie zuhört und dann auf das eingeht, was das Kind sagt, zeigt sie dem Kind, dass sie wirklich anwesend ist und sich auf das Kind konzentriert. Dadurch fühlt sich das Kind stark.Interagieren: Bei der anschließenden Interaktion ist es vor allem wichtig, auch sprachlich und körpersprachlich feinfühlig, am Kind orientiert, die Aktivität oder das Gespräch fortzuführen oder zu begleiten.
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Was unterstützt den Erwerb einer zweiten Sprache?
Motivation: Kinder, die motiviert sind, eine zweite Sprache zu lernen, haben größere Chancen auf Erfolg. Dies kann durch die Schaffung eines positiven und angenehmen Lernumfelds erreicht werden.
Zeit: Regelmäßiger Kontakt mit der zweiten Sprache durch Bücher, Lieder und Interaktionen mit deutschsprachigen Kindern und Erwachsenen kann Kindern helfen, die Sprache schneller zu erlernen. Die Kinder lernen eine zweite Sprache jedoch in einem ganz unterschiedlichen Tempo und manche Kinder benötigen mehr Zeit und Unterstützung als andere.
Qualitativ hochwertige Sprachaktivitäten: Kinder profitieren beim Erlernen einer zweiten Sprache von einem qualitativ hochwertigen, sprachanregenden Angebot, das altersgerecht, interaktiv und ansprechend ist.
Anwendung in realen Situationen: Das Üben der zweiten Sprache in realen Situationen, z. B. im Rollenspiel, Literacy-Center oder bei Gesprächen mit deutschsprachigen Kindern und Erwachsenen, unterstützt die Kindern dabei, ihre Sprachkenntnisse zu entwickeln und Selbstvertrauen aufzubauen.
Einbindung der Eltern: Eltern können ihr Kind unterstützen und ermutigen, was sein Selbstvertrauen und seine Motivation, eine neue Sprache zu lernen, stärken kann.
Positive Einstellung: Eine positive Einstellung zum Erlernen einer zweiten Sprache kann Kindern helfen, motiviert zu bleiben und eventuelle Herausforderungen zu meistern.
Download:
Das folgende PDF können Sie herunterladen und ausdrucken. Es hilft Ihnen mit einfachen Fragen die sprachliche Handlungsfähigkeit der Kinder einschätzen zu können.
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