• 3.2 Methodenfokus: Translanguaging

    Abschnittsübersicht

    • Hervorgehoben

      Viele Jahre lang war die Annahme, dass es für ein Kind mit nicht-deutscher Familiensprache besser ist, wenn es nur Deutsch lernt. Und diese Annahme bildete die Grundlage vieler Sprachförderprogramme für die sprachliche Bildung und Deutsch als Zweitsprache.

      In den letzten zwei Jahrzehnten hat die internationale Forschung jedoch eindeutig festgestellt, dass neue Sprachpraktiken nur in Wechselbeziehung mit alten Sprachpraktiken entstehen.

      Daher bieten immer mehr bilinguale Bildungsangebote angehenden mehrsprachigen Kindern die Möglichkeit, ihr gesamtes sprachliches Repertoire und nicht nur einen Teil davon zu nutzen, um Zweisprachigkeit zu entwickeln und/oder Sprachpraktiken zu entwickeln, die dem Bildungssprachgebrauch in der Schule entsprechen, und um anspruchsvolle Inhalte zu lernen. Diese Praktik nennt man Translanguaging.

      Was genau ist Translanguaging?

      Im Video erfahren Sie mehr darüber ... 


      Yuliya Herz, Deutschlehrerin für ukrainische Kinder (Dauer 1:08)

      Translanguaging als Sprachpraxis von mehrsprachigen Menschen

      Translanguaging ist eine Sprachpraxis, bei der Sprecher mehrere Sprachen (z. B. Ukrainisch und Deutsch) und Sprachvarianten (z. B. Jugendsprache oder Dialekte) in ihrer Kommunikation verwenden. Dabei wird eine Kombination von Sprachen oder Sprachelementen auf flexible und dynamische Weise verwendet, je nach den Umständen und dem Bedürfnis des Sprechers.

      Translanguaging kann den Wechsel zwischen Sprachen, die Verwendung von Wörtern oder Teilsätzen aus verschiedenen Sprachen im selben Satz oder die Mischung verschiedener Sprachvarianten innerhalb einer einzigen Sprache beinhalten.

      Translanguaging ist eine übliche und natürliche Art der Kommunikation für mehrsprachige Sprecher und Sprecherinnen, um in mehrsprachigen Umgebungen zu kommunizieren.

      • Die Translanguaging-Theorie

        Die Translanguaging-Theorie geht davon aus, dass Sprachen im Kopf einer mehrsprachigen Person nicht getrennt sind. Vielmehr werden sie als ganzheitliches System betrachtet, das verschiedene sprachliche Ressourcen enthält, die bei Bedarf für verschiedene kommunikative Zwecke eingesetzt werden.

        Mehrsprachigkeit ist nicht einfach das Hinzufügen einer Sprache zu einer anderen Sprache.
        Mehrsprachigkeit ist komplex und die sprachlichen Elemente stehen in Wechselbeziehung zueinander.
        Mehrsprachige Menschen haben nur ein Sprachsystem.
        Dynamische Mehrsprachigkeit bedeutet ein Sprachsystem mit Merkmalen aus verschiedenen Sprachen wie Deutsch, Ukrainisch, Englisch usw.
        Bei der Annahme einer dynamischen Zweisprachigkeit greift der Sprecher auf ein einheitliches sprachliches Repertoire mit verschiedenen sprachlichen Merkmalen aus zwei Sprachen auf unterschiedlichen Niveaus zu. "Selbst wenn sie in einer Sprache sprechen oder lesen, nutzen zwei- oder mehrsprachige Menschen unbewusst ihre gesamten sprachlichen Ressourcen in ihrem Gehirn" (Garcia 2014). Neurolinguistische Studien bestätigen, dass selbst wenn nur eine Sprache verwendet wird, die andere aktiv und leicht zugänglich bleibt (z. Wu & Thierry 2010; Hoshino & Thierry 2011).

      • Aber ist Translanguaging nicht das, was andere "Code-Switching" nennen?
        Ganz und gar nicht! Translanguaging ist nicht einfach der Wechsel von einem Sprachcode zum anderen.

        • Das Konzept des Code-Switchings geht davon aus, dass die beiden Sprachen von Zweisprachigen zwei separate einsprachige Codes sind, die ohne Bezug zueinander verwendet werden können.
        • Stattdessen geht Translanguaging davon aus, dass sie über ein einziges sprachliches Repertoire verfügen, aus dem sie strategisch Merkmale auswählen, um erfolgreich zu kommunizieren.
        • Translanguaging vertritt den Standpunkt, dass Sprache Handlung und Praxis ist und nicht ein einfaches System von Strukturen und messbaren Fähigkeiten. Aus diesem Grund verwendet Translanguaging die Endung -ing, um die Handlung und Praxis des mehrsprachigen Sprechens zu betonen.
      • Wie sehen wir angehende Mehrsprachige?
        In der Regel wird von Kindern, die Deutsch als zweite Sprache lernen, erwartet, dass sie ein "muttersprachliches" Sprachniveau erreichen, als ob Sprachen ein Ziel wären, das es zu erreichen gilt, und nicht ein Prozess, um zu kommunizieren und die Umwelt zu verstehen (Li, 2018).

        Infolgedessen neigen manche Fach- und Lehrkräfte dazu, Kinder aus der Defizitperspektive zu betrachten und sich auf das zu konzentrieren, was die Kinder nicht haben. Es kommt auch noch vor, dass mehrsprachige Kinder als "halbsprachig" (Cummins 1994) oder "sprachlos" (Rosa 2016) bezeichnet werden, wenn sie die Zielsprachen der Kita oder Schule nicht beherrschen (Seltzer et al. 2020).

        Das Problem bei dieser Denkweise ist, dass man sich nicht auf die kreativen Wege konzentriert, auf denen Kinder ihrer Welt einen Sinn geben, sondern dazu neigt, ihre Schwierigkeiten beim Erwerb einer bestimmten Sprache zu betonen.

      • Translanguaging als Methode in mehrsprachigen Lernumgebungen

        Besser wäre es jedoch, all die Fähigkeiten zu berücksichtigen, die mehrsprachige Kinder bereits in ihrem Repertoire haben, und sie für das zu schätzen, was sie sind.

        Ein Ansatz, mit dem genau dies erreicht werden soll, heißt „Translanguaging“, manchmal auch als „Quersprachigkeit“ (List & List 2004) bezeichnet.

        Der von der Wissenschaftlerin Ofelia García (2014) entwickelte Translanguaging-Ansatz ist ein sprachpädagogischer Ansatz, der die Mehrsprachigkeit anerkennt und wertschätzt. Er ist eine Methode zum Lehren und Lernen von Sprachen, die den Gebrauch aller in einer Gemeinschaft oder einem Individuum vorhandenen Sprachen einbezieht. Translanguaging basiert auf der Vorstellung, dass alle Sprachen miteinander verbunden sind und gemeinsam genutzt werden können, um Lernen und Kommunikation zu verbessern. Zu den wichtigsten Grundsätzen des Translanguaging-Ansatzes gehören:

        Alle Sprachen sind wertvoll und können sich gegenseitig ergänzen, um Lernen und Kommunikation zu unterstützen.

        Die Verwendung einer Sprache kann das Verständnis und die Entwicklung in einer anderen Sprache verbessern, was zu einer tieferen Kenntnis beider Sprachen und ihrer Zusammenhänge führt.

        Translanguaging bedeutet, alle sprachlichen Ressourcen zu nutzen, auch die Fähigkeit, zwischen Sprachen und Dialekten zu wechseln, um erfolgreich zu kommunizieren und komplexe Sachverhalte besser zu verstehen.

        Dieser Ansatz erkennt die Bedeutung aller Sprachen und Kulturen an und versucht, integrative Räume zu schaffen, in denen sich jeder willkommen fühlt und seine Fähigkeiten entfalten kann.

        Auch der Zusammenhang (Kontext), in dem die Sprache verwendet wird, muss berücksichtigt werden, da Sprache immer in einem bestimmten sozialen, kulturellen und historischen Kontext steht. Translanguaging bedeutet, die verschiedenen sprachlichen und kulturellen Kontexte zu verstehen, in denen die Sprache verwendet wird. Dabei geht es nicht nur um einzelne Wörter oder Ausdrücke, sondern auch um die breiteren sozialen und kulturellen Kontexte, in denen diese Wörter verwendet werden. So kann ein Wort oder ein Satz je nach Kontext, in dem es verwendet wird, unterschiedliche Bedeutungen haben. In einem Kontext kann ein Wort ein Kosename, in einem anderen eine Beleidigung sein. Translanguaging setzt voraus, dass man diese verschiedenen Kontexte versteht und in der Lage ist, zwischen ihnen zu wählen, um sinnvoll zu kommunizieren und mit anderen zu interagieren.

        Kinder nutzen Translanguaging für viele verschiedene Funktionen der Sprache, wie z. B.:

        1. um sich untereinander zu verständigen
        2. um die Bedeutung dessen, was der andere sagt, zu ko-konstruieren
        3. um eine Bedeutung in sich selbst zu konstruieren
        4. um andere einzubeziehen
        5. um andere auszuschließen
        6. um Wissen zu demonstrieren

        Wenn Sie nun beschlossen haben, Translanguaging in Ihrer Bildungseinrichtung einzuführen, wo könnten Sie anfangen? Da es sich bei Translanguaging um einen flexiblen Ansatz handelt, gibt es keine allgemeingültige Methode, wie pädagogische Fach- und Lehrkräfte ihn umsetzen können. Aber wir können Ihnen ein paar Vorschläge für die ersten Schritte machen ...


      • 1. Die Umgebung vorbereiten

        Mit Umgebung ist alles und jeder gemeint, der mehrsprachige Kinder umgibt, d.h. die Menschen, Werte, Perspektiven, Materialien und Ressourcen in unseren Bildungseinrichtungen.

        Wenn wir bedenken, dass der gesamte sprachliche und nicht-sprachliche Beitrag (Input), den mehrsprachige Kinder erhalten, sich direkt auf den Erfolg beim Lernen einer neuen Sprache auswirkt, den sie produzieren (Wang, 2011), können das Scaffolding und das Feedback, das sie erhalten, wie Stützräder für das Erlernen von Sprachen werden (Kabuto, 2011).

        Alles, was junge Kinder sehen, beobachten und erleben, hinterlässt einen Fußabdruck in ihrer Seele (Montessori, 1995). Daher sollten Bildungseinrichtungen ein Klima der Inklusion und des Respekts schaffen, in dem alle Kulturen und Sprachen geschätzt, anerkannt und gefördert werden.

        Als pädagogischer Ansatz betont Translanguaging den dynamischen Einsatz mehrerer Sprachen, um das Lernen zu erleichtern und Bildungseinrichtungen zu freundlicheren Umgebungen für mehrsprachige Kinder, Familien und Gemeinschaften zu machen.
        Beim Translanguaging-Ansatz ist es wichtig, dass den Kindern regelmäßige, aber zielgerichtete Aktivitäten angeboten werden, bei denen ihnen extra erlaubt wird, mit ihren gesamten Sprachenrepertoire, einschließlich ihrer Familiensprachen, zu kommunizieren.

      • 1.1 Die Sprachenecke

        Zeitplan (mit der ganzen Gruppe)

        Jeden Tag 10 Minuten mit jüngeren und 15 Minuten mit älteren Kindern. Laden Sie auch die Eltern ein, Sie zu unterstützen. Hier finden alle sprachbildenden Aktivitäten statt, in denen alle Sprachen genutzt werden können. Bevor Sie die Sprachenecke nutzen, ist es notwendig, dass Sie diese den Kinder vorstellen:

        Einführung in die Sprachenecke: Erklären Sie den Kindern entwicklungsangemessen, wie wichtig Sprache ist.

        • Zeigen Sie die Sprachen auf, die in Ihrer Gruppe (von Kindern und Erwachsenen) gesprochen werden.
        • Erzählen Sie den Kindern, dass sie nun jeden Tag in dieser Sprachenecke über die Sprachen reden und lernen wollen und in verschiedenen Sprachen lesen und singen wollen.
        • Zusammen mit den Kindern können Sie ein Logo für die Sprachenecke planen, vorbereiten und ausstellen.

        Aktivitäten: Die Sprachenecke ist ein Bereich, in dem Kinder, Fachkräfte und Eltern Folgendes können:

        • Sprachen entdecken, teilen, verwenden oder lernen
        • Translanguagen (Quer durch das ganze Sprachrepertoire sprechen)
        • Bücher in verschiedenen Sprachen lesen
        • In verschiedenen Sprachen schreiben und zählen
        • In verschiedenen Sprachen singen, Musik hören und Lieder teilen

        Ausstattung: Tisch für 6 Kinder, Tafel, Hörstation (Kopfhörer, CD-Player o.ä., …); Schreibgeräte, verschiedene Papiersorten, Bücher in verschiedenen Sprachen, Weltkarte, Tablet

        Die Sprachenecke kann auch die Leseecke z. B. in großen Eingangsbereichen sein.

      • 1.2 Interaktion als Chance

        Translanguaging baut auf bereits vorhandener Sprache auf.  Die Aufgabe der pädagogischen Fachkraft besteht im Translanguaging-Prozess darin,

        • als Mitlernende tätig zu sein 
        • sprachliche Stärken zu erkennen und auszubauen
        • die Sprachen im Raum ins Gespräch zu bringen
        • Bildwörterbücher hinzuziehen
        • Übersetzungsschwierigkeiten zu erkennen
        • Unterschiede in der Schrift- und Leserichtung zu erkennen
        • sprachliche Vielfalt als normal zu betrachten

        1.3 Pädagogische Fachkräfte lernen ihre Kinder kennen

        • Karte mit Herkunft und Sprachen (alle einbeziehen, keine Nationalflaggen, "Wo auf der Welt sprechen die Menschen …. ?")
        • Gelegenheit zu kulturellem Austausch bieten (Vorsicht: Keine folkloristischen Tourismusaufführungen)
        • Mehrsprachige Wortwände, Schilder, Lieder, Grüße
        • Mehrsprachige Bildwörterbücher
        • Bücher in verschiedenen Sprachen
        • Den Kindern erlauben, alle Sprachen zu verwenden

                                                                                                                                                                                                                                                                                  

        1.4 Translanguaging-Umgebung herstellen

        Die Sprachlandschaft des Gruppenraums spiegelt die Mehrsprachigkeit der Kinder wider:

        • Alle Arten des Sprachgebrauchs im Gespräch miteinander
        • Aufbau eines metasprachlichen Bewusstseins (über Sprache sprechen)
        • Aufbau von sprachlicher Toleranz untereinander
        • Arbeit gegen sprachliche Hierarchien (keine Sprache ist wichtiger oder besser)
        • Einbezug von Familien & Anderen
        • Entwicklung von Multi-Literacy (z. B. mehrsprachige Begegnung mit verschiedenen Schriftsystemen)
      • Sehen Sie sich das folgende Beispiel an! In dem Video „Wie Kinder Sprache entdecken“ wird anhand der türkischen Sprache erlebbar wie die Zweitsprache im KITA-Alltag eingesetzt werden kann. 

        Drücken Sie auf den Play-Button, dann öffnet sich das Video in einem neuen Fenster.

        Szene 2 „Willkommen in unserer Sprachenecke – Türkisch“

      • 2. Aufbau eines Gemeinschaftsgefühls

        Translanguaging fördert die Sozialisation und geht davon aus, dass Kinder durch die Interaktion mit anderen lernen (Cummins, 2006), daher ist der Aufbau eines Gemeinschaftsgefühls für den Erfolg unerlässlich. Das heißt eine wichtige Aufgabe der pädagogischen Fach-/Lehrkräfte besteht darin, ein Wir-Gefühl zu erzeugen und die Kita-Gruppe als erweiterte Familie erlebbar zu machen!

        Die Eltern sollten sich in der Zusammenarbeit mit den pädagogischen Fachkräften und der Leitung wohlfühlen und zur Teilnahme an Aktivitäten eingeladen werden, bei denen sie ihr kulturelles und sprachliches Wissen einbringen können (für manche ukrainische Eltern eine Herausforderung – Ambiguitätstoleranz ist hier gefragt).

        Dadurch dass eine Übereinstimmung aufrechterhalten wird zwischen dem, was zu Hause und dem, was in der Kita gemacht wird, können die Kinder ihre mehrsprachige Identität selbstbewusster ausleben (Kabuto, 2011; Morell & Lopez, 2021).

      • 3. Translanguaging in der Bildungseinrichtung mit Leben füllen

        Nun haben Sie bereits die wesentlichen Aspekte des Translanguaging erläutert bekommen, aber Sie überlegen sicher immer noch, wie es in der Kita aussehen könnte. Hier ist eine Liste mit 10 grundlegenden Vorschlägen, die Sie in der Kita einführen können, um loszulegen.

        • Erfahren Sie mehr über die Familien, die Sie aufnehmen. Bitten Sie sie bei der Anmeldung, einen Fragebogen auszufüllen, in dem die Eltern ihre kulturellen und sprachlichen Praktiken zu Hause beschreiben. Dies kann Ihnen als Ausgangspunkt dienen. Respektieren Sie es aber immer, wenn die Eltern das nicht wollen!
        • Ermuntern Sie die Kinder, persönliche Geschichten aus ihrem Leben zu erzählen. Das können sie in jeder Sprache machen, die ihnen vertraut ist (Cummins, 2006). Zeichnen sie diese Geschichten auf (aufschreiben oder aufnehmen). Wenn die Kinder können, laden Sie sie ein, die Geschichte vor der Gruppe zu erzählen, wenn nicht, bitten Sie ein Familienmitglied, die Geschichte für sie aufzunehmen.
        • Planen Sie Stunden in den Gruppenräumen ein, in denen die Kinder "Sprachduschen" erhalten können (Mehisto, Marsh & Frigols, 2008). Kinder erleben 30 Minuten bis eine Stunde pro Tag nur Deutsch, damit sie mit der deutschsprachigen Gesellschaft vertraut werden. Möglich sind auch kleine "Sprachsprengsel" (Ortega, 2017), eine kürzere Version (ca. 10 Minuten) der Exposition, um mit der Struktur des Deutschen vertraut zu werden. Diese können in verschiedenen Formaten angeboten werden: Lieder, Geschichten, Zeichnungen, Videos usw.
        • Bringen Sie "Willkommensschilder" in allen Sprachen der Kinder am Eingang an. Wenn Sie mit den Sprachen nicht vertraut sind, können die Eltern eingeladen werden, diese mitzugestalten. Die Beschriftung in mehreren Sprachen ist ein kleiner, aber sinnvoller Beitrag zum Aufbau einer mehrsprachigen Gesellschaft. Die Sprachen sollten aber so angeordnet werden, dass die Botschaft vermittelt wird, dass alle Sprachen im Gruppenraum gleichwertig und wichtig sind (Morell & Lopez, 2021, S. 159).

        Kostenlose Vektorgrafiken zum Thema Kinder

        • Füllen Sie die Leseecke mit mehrsprachigen Texten. Wenn an Ihrem Wohnort keine gedruckten Versionen verfügbar sind, können Sie E-Books herunterladen oder sogar eigene Materialien erstellen! Sie können diese Ecke sogar noch erweitern, indem Sie Aufnahmen oder Videos dieser Texte bereitstellen, damit die Kinder die Sprachen hören können, während sie die Bücher benutzen (Morell & Lopez, 2021). Sie können auch eine mehrsprachige digitale Bibliothek, wie z.B. Polylino, nutzen.

        • Laden Sie die Eltern ein, ihre kulturellen Besonderheiten mit ihnen zu teilen (z. B. Sprachenecke des Monats). Sie können Geschichten, Bücher, spezielles Spielzeug oder sogar die Zubereitung einer Speise vorführen.
        • Versuchen Sie, die Worte zu lernen, mit denen Sie Ihre Kinder in ihren Sprachen begrüßen können, wenn sie in der Bildungseinrichtung ankommen. Dies kann dazu beitragen, den Übergang zwischen Elternhaus und Bildungseinrichtung zu überbrücken und die Trennungsangst der Kinder zu verringern.
        • Unterstützen Sie die Ausdrucksmöglichkeiten der Kunst. Lassen Sie Kinder sich auf multimodale Weise ausdrücken: Gesten, Bilder, Tanz, Skulpturen usw. Vor allem die bildende Kunst (Plakate, Collagen, freie Zeichnungen usw.) kann Kinder dabei unterstützen, verschiedene Sprachen zu vergleichen, zu kontrastieren und zu verstehen (Golubeva & Csillik 2019; Suzannie, & Leung, 2019).
        • Anstatt direkte Übersetzungen zu geben, versuchen Sie, die Konzepte zu verdeutlichen und durch nonverbale Sprache (Gesten und körperliche Bewegungen) die Botschaften zu vermitteln, die Sie sich wünschen. (Kirsch & Seele 2020; Lindquist & Garmann, 2019; Suzannie, & Leung, 2019)

        Akzeptieren, respektieren und lieben Sie Ihre Kinder! Glauben Sie an Ihre Kinder und haben Sie zusammen Spaß an dieser „Translanguaging-Reise“!

      • 4. Translanguaging-Strategien

        • Es gibt Einheiten, die z. B. in der Sprachenecke jeden Tag ca. 10 Minuten Translanguaging-Aktivitäten beinhalten (z.B. Buch in mehreren Sprachen, Übersetzungsspiele).
        • Es gibt die Möglichkeit, dass z. B. zwei Kinder der gleichen Sprachgruppe etwas zusammen anfertigen und dabei die Sprache nutzen können, die sie am besten können. Nach Fertigstellung können sie ich Werk den anderen Kindern oder der pädagogischen Fachkraft auf Deutsch vorstellen. Wenn die Fachkraft der gleichen Sprachgruppe angehört, können die Kinder ihr Werk dieser zuerst alleine in ihrer Familiensprache vorstellen und sie präsentiert es dann zusammen mit ihnen der Gruppe auf Deutsch.
        • Es gibt Aktivitäten, die nur in Deutsch stattfinden, die pädagogische Fachkraft aber eine Translanguaging-Strategie nutzt, wenn sie merkt, dass die Kinder nicht mitkommen und ihre Fähigkeiten nicht zeigen können.

        Letztendlich geht es bei Translanguaging immer darum, dass die pädagogischen Fachkräfte stets sicherstellen, dass die Kinder die aktuellen Themen verstehen und auch sprachlich an den Aktivitäten teilnehmen können.

        Wenn die pädagogische Fachkraft merkt, dass manche Kinder ihre Fähigkeiten aus sprachlichen Gründen nicht zeigen können, dann sollte immer spontan die Gelegenheit zum Translanguaging gegeben werden.