2.2 Entwicklung von Literacy und Konzepten
Abschnittsübersicht
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Hervorgehoben
Um auf die Schule gut vorbereitet zu sein, brauchen alle Kinder qualitativ hochwertige Sprach- und Literacy-Erfahrungen. Die Wissenschaft hat gezeigt, dass es 5 wichtige Einsichten und Kenntnisse gibt, die zum späteren Schulerfolg führen. Die folgenden Abschnitte befassen sich mit der Literacy-Entwicklung von Kindern im Kindergarten und den Aktivitäten, die pädagogische Fachkräfte anbieten können, um die Entwicklung von Lese- und Schreibfähigkeiten zu unterstützen.
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Bücher in vielen Sprachen
Das Vorlesen von Büchern in der Familiensprache eines Kindes ist eine einfache Methode, die Familien und Fachkräfte anwenden können, um Kinder auf eine erfolgreiche Lesefähigkeit vorzubereiten. Kindergärten sollten über eine große und vielfältige Auswahl an Büchern in den jeweiligen Sprachen der Kinder verfügen. Diese Bücher können dann den Kindern und ihren Familien zur Verfügung gestellt werden (eine ganze Reihe von Büchern in mehreren Sprachen findet man im Internet).Warum sind Bücher in der Familiensprache des Kindes wichtig?
Der Austausch von Büchern mit Erwachsenen hilft Kindern, wichtige Sprach- und Lesefähigkeiten zu entwickeln, wie z. B. Wortschatz, Hörverständnis und phonologisches Bewusstsein. Kinder lernen auch, dass Schrift eine Bedeutung hat, dass sie mündlich gesprochen wird und dass Buchstabenfolgen (oder Zeichen) Wörter darstellen. All diese Fähigkeiten sind wichtig, damit Kinder zu guten Leserinnen und Leser werden können.
Mit Büchern in ihrer Familiensprache können Kinder Konzepte in den Büchern lernen, über sie sprechen, sie verfeinern und Verbindungen zu ihrem Vorwissen in ihrer Familiensprache herstellen. Bücher in der Familiensprache versorgen die Kinder mit Informationen, die sie brauchen, um neue und schwierigere Konzepte zu lernen, während sie gleichzeitig ihre neuen Deutschkenntnisse ausbauen.Durch die Verwendung einer Vielzahl von Büchern, darunter Märchenbücher, Bilderbücher, Bücher mit Liedern und Reimen sowie Sachbücher, können Kinder viele verschiedene Arten von Informationen und Vorstellungen lernen. Kulturell korrekte Bücher (nicht nur Übersetzungen von deutschen Büchern), die die Kulturen der Familien mit Figuren, Gegenständen und Themen respektvoll darstellen, unterstützen Kinder bei der Entwicklung eines starken, positiven Selbstbildes. Der Anblick von Bildern von Menschen und vertrauten Gegenständen unterstützt die kulturelle Identität der Kinder und stärkt ihr Selbstwertgefühl.
Was Sie bei der Auswahl von Büchern beachten sollten
- Suchen Sie nach Büchern, die die Sprachen und Kulturen der Kinder in Ihrer Gruppe repräsentieren. Ein französisches Buch über das Leben in einer Pariser Kita repräsentiert beispielsweise nicht alle Kinder, die Französisch sprechen; ebenso würden die Erfahrungen und der französische Wortschatz in dieser Geschichte nicht die Erfahrungen eines Kindes aus einem allgerischen Dorf widerspiegeln.
- Achten Sie darauf, dass der Inhalt und die Illustrationen authentische Darstellungen der Kultur bieten. Wenn die Geschichte in der heutigen Zeit spielt, sollten die Figuren sich so kleiden und sprechen, wie sich Menschen in dieser Kultur heute kleiden und wie sie sprechen. Wenn die Geschichte in der Vergangenheit spielt, stellen Sie sicher, dass Kleidung und Bräuche korrekt sind.

- Vermeiden Sie Bücher mit Illustrationen oder Handlungssträngen, die Stereotypen verstärken, die bestimmte Gruppen als nicht respektiert darstellen.
- Bilden Sie einen Ausschuss aus zweisprachigen Mitarbeitern, Familien und Freiwilligen, um das Personal bei der Auswahl und Bewertung von Büchern in Sprachen, die sie nicht lesen können, oder die aus anderen Kulturen als ihrer eigenen stammen, unterstützen können.
- Lassen Sie eine Person, die die Sprache spricht und mit der Kultur vertraut ist, Bücher mit gruseligen oder unangemessenen Geschichten, Bücher, die schlecht übersetzt wurden, oder Bücher, die kulturell ungenau sind, überprüfen und aussortieren, bevor Sie sie Kindern vorlesen.
- Denken Sie daran, dass ein Kind möglicherweise einen anderen Dialekt als seinen eigenen nicht versteht; daher kann ein Buch in einem Dialekt von einem Kind, das einen anderen Dialekt spricht, nicht vollständig verstanden werden.
Bücher mit Familien teilen
Arbeiten Sie mit den Familien an der Auswahl und Bereitstellung einer Leihbibliothek mit Büchern und Materialien, die die Familien zu Hause nutzen können.
- Bieten Sie Familien wortlose Bücher mit Bildern von vertrauten Gegenständen und von Menschen, die wie Familienmitglieder aussehen, zum Ausleihen an. Vermitteln Sie den Familien die Idee, dass wortlose Bücher es ermöglichen, ihre eigenen Geschichten zu den Bildern zu erzählen.
- Erweitern Sie die Lese- und Schreiberfahrungen, die Familien bereits mit ihren Kindern machen, um ihre Familiensprache zu entwickeln. Schlagen Sie zusätzliche Möglichkeiten vor, wie sie Bücher nutzen und Geschichten erzählen können, z. B. durch das Nachspielen einer Geschichte mit Puppen oder durch Pantomime.
- Ermitteln Sie gemeinsam mit den Familien, wo sie Bücher in ihrer Muttersprache finden können, z. B. in Bibliotheken, bei kulturellen Organisationen oder im Internet.
- Bieten Sie einen Workshop oder einen Familienabend an, bei dem Familien lernen können, wie sie ihre eigenen Bücher erstellen können, wenn nur wenige oder gar keine Bücher in ihrer Herkunftssprache verfügbar sind.
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So verwenden Sie Bücher in Sprachen, die Ihnen nicht vertraut sind
- Laden Sie Familienmitglieder oder Freiwillige ein, die Bücher in der Herkunftssprache zu lesen und sich mit den Kindern in kleinen Gruppen darüber zu unterhalten.
- Bieten Sie Workshops an, damit Familienmitglieder und Lesepaten dialogische Lesetechniken kennenlernen.
- Lernen Sie ein paar Schlüsselwörter aus dem Buch, um den Inhalt zu verdeutlichen, und verwenden Sie Fragen, Requisiten und Bilder, um die Kommunikation mit den Kindern über den Inhalt zu verbessern.
- Lernen Sie Wörter in den Familiensprachen der Kinder, indem Sie mit Büchern üben, die bekannte Geschichten enthalten.
- Zweisprachige Bücher - Bücher in deutscher und einer oder mehreren anderen Sprachen - können sehr hilfreich sein. Kinder lernen am besten, wenn ein Erwachsener ein Buch vollständig in der einen Sprache liest und in der anderen zu einem anderen Zeitpunkt.
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Wann beginnt ein Kind mit dem Schreiben?
Erwägen Sie, für sich selbst eine Art Lerntagebuch zu führen. So wie pädagogische Fachkräfte Kinder in der Vorschule ermutigen, ihr eigenes Portfolio zu führen, kann auch Ihr eigenes Schreiben eine wirksame Methode zur Reflexion des Lernens sein.
Wenn Sie kreativer und tiefgründiger darüber nachdenken, wie Sie den Bedürfnissen zweisprachiger Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung gerecht werden können, wie könnten Sie dann Ihre Angebote verändern?
Finden Sie heraus, welche Beschriftungen (z. B. Name des Kindes an der Garderobe, Beschriftungen von Lernbereichen usw.) die Kinder wahrnehmen und im Gruppenraum verwenden können. Überlegen Sie, wie Sie die Beschriftungen variieren oder neue Aufmerksamkeit auf sie lenken können.
Wie oft sehen die Kinder, dass Sie aus einem bestimmten Grund schreiben? Wie oft sehen Deutsch als zweite Sprache lernende Kinder Erwachsene, die in ihrer Erstsprache schreiben? Wie können wir alle bewusster auf die wichtige Rolle der Schrift in unserem täglichen Leben hinweisen?
Es mag sehr schwierig erscheinen, sich mit „Schreiben“ zu befassen, wenn Kinder, die Deutsch als zweite oder dritte Sprache lernen, gerade erst anfangen, ihre neue Sprache zu verstehen. Aber genau deshalb ist es so wichtig, auf die Entwicklung von Schreibfähigkeiten zu schauen. Allzu oft wird dieser Aspekt des vorschulischen Lernens für zweisprachige Kinder auf die lange Bank geschoben, obwohl er für alle Kinder hinsichtlich ihrer Literacy-Entwicklung von großer Bedeutung ist.
Mehr als das man denkt …
In der Schreibwerkstatt oder Schreib-/Malecke geht es um viel mehr als nur um das Üben des Schreibens. All die Muster, die Sie für Schreibanfänger anbieten, können sich auf Themen und Projekte im Gruppenraum beziehen. Der Schreib-/Malbereich kann mit Gegenständen gefüllt werden, die mit der Kultur und Sprache des jeweiligen Kindes in Verbindung stehen und den Kindern eine besondere Gelegenheit bieten, ihre Gedanken und Gefühle mitzuteilen.Man sollte keinesfalls Schreibaktivitäten erzwingen. Die Forschung zeigt, dass es nicht sinnvoll ist, das Erlernen von Schreibfähigkeiten zu beschleunigen, bevor die Kinder von ihrer Entwicklung her dazu bereit sind. Zwischen drei- und vierjährigen Kindern gibt es große individuelle Unterschiede in der Schreibfähigkeit. Diese Unterschiede werden von der Entwicklung der feinmotorischen Koordination und Kraft in den Fingern, der kognitiven Entwicklung, den Wahrnehmungsfähigkeiten und dem Interesse des einzelnen Kindes an den einzelnen Schritten des Literacy-Prozesses beeinflusst. Unsicherheiten im Umgang mit der Familiensprache und/oder der neuen Sprache Deutsch können diesen Entwicklungsbereich noch komplexer machen.
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