Worum geht´s?
Kommunikation, Interaktion und Kooperation sind eine wichtige Grundlage für die kollegiale Zusammenarbeit im Team. Für die Bewältigung der bereits dargelegten Aufgaben für die Erstellung und Umsetzung des Schutzkonzepts, ist eine gute Zusammenarbeit im Team sehr wichtig und bedarf einer kontinuierlichen Weiterentwicklung des Teams.
Ergänzend zur Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern umfasst der gesetzliche Auftrag der Kindertageseinrichtungen auch die Vernetzung mit anderen Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe sowie Personen und Einrichtungen im Sozialraum.
Neben der Zusammenarbeit mit den Eltern, die einen besonderen Stellenwert hat, sind die Kooperationen mit der Schule und mit Kindertagespflegepersonen zur Gestaltung gelingender Übergänge, sowie mit kinder- und familienbezogenen Institutionen übliche Bereiche der Kooperation & Vernetzung in Kitas (vgl. § 22a Abs. 2 SGB VIII). Der Aufbau und die Pflege von Kooperationen und Netzwerkarbeit ist daher ein wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit von Fachkräften in Kitas.
Für die verantwortungsvolle und auch sehr sensible Aufgabe der Kita im Rahmen des Kinderschutzes ist die Kooperation und Vernetzung eine wichtige Unterstützung für die Fachkräfte, aber auch eine Brücke für die Betroffenen zu weiterführenden Einrichtungen und Diensten.
Zu erkennen, ob ein Kind Hilfe braucht oder nicht, ist häufig keine leichte Aufgabe. Die Einschätzung, ob das Wohl eines Kindes gefährdet ist und weiterführende Schritte angezeigt sind, ist in vielen Fällen schwierig. Ist die Kita bei gewichtigen Anzeichen allein nicht in der Lage die Gefährdung abzuwenden, ist die Zusammenarbeit mit anderen Diensten und Einrichtungen erforderlich. Das Zusammenwirken von Kita, Eltern, Beratungsstellen bzw. Fachdiensten ermöglicht effektive und passgenaue Hilfen.
Wie geht´s?
Die Zusammenarbeit im Team unterstützen Methoden wie Fallbesprechungen, kollegiale und fachliche Beratung und Supervision. Hierzu finden Sie hilfreiche Anregungen und Methodenbeschreibungen in der Arbeitshilfe der Reihe „Kita Impulse „Wie kann sich ein Kita-Team gut entwickeln? Ein Blick in die Praxis“ der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (2022)
Zum Gelingen von Kooperation und Vernetzung mit externen Partner:innen tragen grundsätzlich verschiedene Faktoren bei:
- Transparenz der handlungsfeldbezogenen Arbeitsansätze, der fachlichen Möglichkeiten aber auch Grenzen des Handelns,
- Bereitschaft zur Kooperation (..),
- Anerkennung von Expertenstatus aller Beteiligten, gegenseitiges Vertrauen, Kollegialität,
- fachlichen Austausch,
- verbindliche Kooperationsvereinbarungen zur Institutionalisierung von Zusammenarbeit (einschließlich personeller Kontinuität, Zeit und Raum),
- Zielvereinbarungen (..) und
- Sicherstellung der notwendigen Ressourcen bei den Kooperationspartnern und beim Jugendamt (vor allem Personal und Zeitbudget).
Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter (2006): "Kooperation und Vernetzung von Kindertageseinrichtungen im Sozialraum", S.8
Neben den Kooperationspartner:innen für die anderen Bereiche der Netzwerkarbeit der Kita (Schule, etc.) ist für die Vernetzung im Kinderschutz wichtig, die speziell hierfür vorhandenen Netzwerkpartner:innen zu kennen. Eine regelmäßige Kooperation mit den Fachstellen ist sehr hilfreich, um nicht erst „fallbezogen“ den Kontakt herstellen zu müssen.
In Schritt 7 auf dem Weg zum Schutzkonzept werden die relevanten Anlaufstellen und Ansprechpartner:innen Ihrer Kita ermittelt und dokumentiert.
Ergänzendes Material
Jung, E.; Gels, A. (2019): Vernetzung von Kitas im Sozialraum und darüber hinaus. nifbe-Beiträge zur Professionalisierung Nr. 10