• 5. Schritt: Prävention

    Abschnittsübersicht

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      "Vorbeugen ist besser als eingreifen” oder “Beginnen bevor es beginnt”, so lässt sich der weit gefächerte Begriff “Prävention” im Kinderschutz umschreiben.

      Maßnahmen der Prävention in der Kita richten sich an die Kinder und Eltern, sowie an die Mitarbeiter:innen.

      •  Worum geht´s?

        Der Begriff ‚Prävention‘ beschreibt im Allgemeinen das vorbeugende Eingreifen oder Verringern von Risiken, zum Beispiel für das Auftreten von Gewalt.

        Die Verantwortung für den Schutz und die Rechte der Kinder können Kitas wahrnehmen, in dem sie über Verfahren und Prozesse verfügen, die Kindeswohlgefährdungen nach Möglichkeit verhindern. Auf der Grundlage der Ergebnisse der einrichtungsspezifischen Risikoanalyse sind passgenaue Präventionsmaßnahmen individuell für jede Kita zu erarbeiten.

        Zur Prävention gehören alle gezielten Maßnahmen in einer Kita, um diese zu einem möglichst sicheren Ort für Kinder zu machen.

        Im 5. Schritt auf dem Weg zu Ihrem Schutzkonzept werden wir in den nächsten Kapiteln die Bereiche Ihrer Kita näher betrachten, für die präventive Maßnahmen festzulegen sind. Im Schutzkonzept werden diese Maßnahmen auf den unterschiedlichen Handlungsebenen näher erläutert und beschrieben.

        Prävention als pädagogisches Prinzip 

        Kinder stark zu machen, Problemsituationen frühzeitig zu erkennen und durch vorbeugendes Handeln zu vermeiden, ist eine wichtige pädagogische Aufgabe für Kindertageseinrichtungen. 

        Prävention hat die Stärkung allgemeiner Kompetenzen der Lebensbewältigung zum Ziel und ist daher eine grundlegende Haltung, die in allen pädagogischen Bereichen konzeptionell zu verankern ist und sich daher unbedingt in der Einrichtungskonzeption widerspiegeln sollte.

        Prävention darf jedoch nicht so verstanden werden, dass alle Risiken minimiert werden. Zur Prävention gehört auch, dass Kinder lernen, mit bestimmten Gefahren und Risiken umzugehen. Wichtig ist dabei, Kinder in ihrer Auseinandersetzung mit kontrollierten Risiken zu begleiten und ggf. zu unterstützen, sowie den Umgang mit Risiken zu reflektieren. Das Erleben die eigene Grenzen überwinden und Risiken bewältigen zu können, unterstützt den Erwerb von Risikokompetenz. Laufen lernen Kinder auch nur mit dem Risiko hinzufallen.

        Präventionsangebote für Kinder und Eltern 

        Häufig wird Prävention nur im Zusammenhang mit speziellen Präventionsprogrammen z.B. gegen sexuelle Gewalt oder der Suchtprävention gesehen. Diese Programme können als Baustein in ein umfassendes Schutzkonzept einbezogen werden; wirksamer präventiver Kinderschutz geht jedoch weit über einzelne Präventionsangebote hinaus.

        Bei der Auswahl von Präventionsprogrammen ist auf folgende Qualitätsmerkmale zu achten:

        • Dauer des Programms - einmalige Angebote sind meist wenig effektiv
        • Kindgerechte Aufbereitung der Inhalte
        • Aktive Beteiligungs- und Handlungsmöglichkeiten der Kinder
        • Beteiligung der Eltern

        Wichtig ist, dass Präventionsangebote Kinder stärken, statt ihnen Angst zu machen, über ihre Rechte aufklären, ihnen soziale Kompetenzen vermitteln und bei der Entwicklung ihres Selbstbewusstseins unterstützen.

        Quelle: Allroggen, M., Gerke, J., Rau, T., Fegert J.M. (2016). Umgang mit sexueller Gewalt. Eine praktische Orientierungshilfe für pädagogische Fachkräfte in Einrichtungen für Kinder und Jugendliche. Universitätsklinikum Ulm.