Worum geht´s?
Der Verhaltenskodex ist ein wesentliches Instrument zur Prävention und zur Klärung, was als „Fehlverhalten“ in der Einrichtung gilt, bzw. welche Verhaltensweisen im Umgang miteinander – vor allem in sensiblen Situationen - angemessen sind.
In einem Verhaltenskodex werden die Regeln definiert, die hinsichtlich des professionellen Umgangs mit Nähe und Distanz verbindlich gelten.
Wie schon im Kapitel Personalführung dargestellt, ist der Verhaltenskodex im Unterschied zur Selbstverpflichtungserklärung sehr viel konkreter und spezifischer auf das Verhalten gegenüber Kindern, Eltern und im Team bezogen.
Solche klaren Verhaltensregelungen tragen dazu bei, Unsicherheiten bis hin zur Sprachlosigkeit im Umgang mit Grenzverletzungen bzw. Gewalt zu überwinden. Sie erleichtern den Mitarbeiter:innen Grenzverletzungen zu benennen, sich Hilfe zu holen und dadurch Übergriffen bzw. Missbrauch Einhalt zu gebieten. Auch der Verhaltenskodex wird durch die Unterschrift der Mitarbeiter:innen verbindlich und ist Bestandteil des Arbeitsvertrages.
Wie geht´s?
Entwicklung eines Verhaltenskodex
Die Entwicklung eines Verhaltenskodex setzt die Bereitschaft voraus, sich mit Fragen professioneller Beziehungsgestaltung auseinanderzusetzen und knüpft direkt an der Risikoanalyse an (vgl. Schritt 4). Der Entwicklungsprozess lässt sich am besten in folgenden 5 Schritten realisieren:
- Identifizierung von Gefährdungsbereichen im Rahmen einer institutionellen Risikoanalyse
- Fachlicher Austausch zu Verhaltensregelungen in besonders sensiblen Arbeitsbereichen und Situationen
- Partizipative Erarbeitung, Diskussion und Beschluss des Verhaltenskodex durch entsprechendes Gremium/Team/Leitung
- Veröffentlichung des Verhaltenskodex, altersangemessene Information der Kinder und Jugendlichen und Aushändigung des Verhaltenskodex an alle beruflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
- Regelmäßige Überprüfung und ggf. Weiterentwicklung“
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Damit der Verhaltenskodex seine Wirkung entfalten kann, ist die Beteiligung des Teams bei der Entwicklung und regelmäßigen Weiterentwicklung bzw. Aktualisierung zwingend notwendig. Zudem sollten auch Kinder und Eltern in den Prozess einbezogen werden
Methode "Verhaltensampel"
Mit der Methode „Verhaltensampel“ kann sich das Team an das Thema annähern und eine inhaltliche Grundlage für den Verhaltenskodex schaffen. Dabei sind folgende Fragen - entsprechend den Farben einer Ampel - leitend für die gemeinsame Diskussion und anschließenden Zusammenstellung von entsprechendem pädagogischem Verhalten:
Abb. 9 Beispiel Verhaltensampel
Beteiligung der Kinder
Es ist entscheidend, dass der Verhaltenskodex auch gegenüber Kindern und Eltern transparent wird. Vor allem Kinder müssen wissen, was Erwachsene tun dürfen und was nicht.
Ein Ampelplakat unter der Überschrift „Was dürfen die Mitarbeiter:innen nicht?“ kann auch mit den Kindern erarbeitet werden. Dabei tragen die Kinder analog der Ampel Verhaltensweisen von Erwachsenen zusammen, die sie nicht mögen bzw. die sie ihrer Meinung nach nicht dürfen. Die Antworten der Kinder werden ausgewertet und auf drei Kategorien verteilt
Die Ergebnisse werden auf einem Ampelplakat festgehalten und ausgehängt.
Beteiligung der Eltern
Das Erstellen und Diskutieren eines Verhaltenskodex ist auch ein Thema für die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft. Es ist wichtig, dass die Eltern den Verhaltenskodex kennen. Daher sollte dieser im Rahmen z.B. bei Elternabenden und Elterngesprächen Thema sein und gut sichtbar in der Kita ausgehängt werden, damit jede/r die Verhaltensregeln kennt.