Um zu verstehen, wie Sie auf jede Familie, die in Ihre Einrichtung kommt, kulturell eingehen können, müssen Sie zunächst deren kulturelle Handlungspraxis und Werte erkennen, insbesondere wenn diese sich von Ihren eigenen unterscheiden. Die hier zur Verfügung gestellten Informationen und Fragen sollen Ihr Verständnis für das Spektrum der Überzeugungen, Handlungspraktiken und Werte in den Familien verbessern und Sie zum Nachdenken darüber anregen, wie Sie das, was Sie bei den Familien beobachten, interpretieren könnten.

Jede Familie muss als einzigartig betrachtet werden. Selbst innerhalb ein und derselben kulturellen Gruppe unterscheiden sich Einzelpersonen und Familien in ihren Überzeugungen und Handlungspraktiken. Sie unterscheiden sich auch in der Einhaltung der sozialen Konventionen ihrer kulturellen Gruppe. Manche Familien können auch von mehreren Kulturen beeinflusst sein, wenn die Eltern selbst aus verschiedenen Kulturkreisen stammen.

Behalten Sie die folgenden Fragen im Hinterkopf, wenn Sie formelle und informelle Gespräche mit Familien führen, ihre Interaktionen mit ihren Kindern beobachten und Hausbesuche machen, um ein Verständnis für die Familien zu entwickeln, mit denen Sie arbeiten.

Familien mit einem hohen Maß an kulturellem Respekt vor pädagogischen Fachkräften und dem Bestreben, nicht den Eindruck zu machen, die Autorität der pädagogischen Fachkraft in Frage zu stellen, äußern ihre Werte, Erwartungen und Ansichten eher in Kleingruppengesprächen mit Familien mit einem ähnlichen kulturellem Hintergrund.

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Wie kommuniziert diese Familie, wie sammelt und interpretiert sie Informationen?

Einige Familien bevorzugen vielleicht formelle Formen wie z.B. Informationsabende, um Familienaktivitäten, Routinen, Kommunikationsstile, Erwartungen an die Unabhängigkeit (Autonomie) und Bildungsziele zu besprechen. Andere Familien bevorzugen eher formlose Gespräche. Auch die Fragetechniken können sich von Gemeinschaft zu Gemeinschaft unterscheiden: Einige Familien fühlen sich mit direkten Fragen unwohl und bevorzugen die Möglichkeit, sich mit Ihnen zusammenzusetzen und Geschichten zu erzählen, um Informationen zu sammeln und weiterzugeben.

Was zu beobachten ist:

Familien haben unterschiedliche Kommunikationsstile und zeigen ein unterschiedliches Maß an Durchsetzungsvermögen und Introvertiertheit.

  • Manche Familien verwenden regelmäßig Humor in ihren Interaktionen.
  • Andere erwarten, dass die Kinder als Zeichen des Respekts still sind, oder dass sie sich erst beteiligen, wenn sie verstanden haben, was von ihnen erwartet wird.
  • Manche Familien bevorzugen direkte Anweisungen gegenüber offenen Aufforderungen (z. B. "Setz dich an den Tisch!" statt "Möchtest du dort sitzen?").
  • Überlappendes Sprechen kann in einigen Familien als Zeichen der Aufmerksamkeit für das Gespräch angesehen werden, während es in anderen Familien als störend und respektlos gilt.
  • Als Anerkennung für die Kinder kann nicht-sprachliche Kommunikation wie Nicken und Lächeln dem gesprochenen Lob vorgezogen werden. Achten Sie bei Familien, die eine andere Sprache als Deutsch sprechen, auf den Blickkontakt und den Tonfall.

Handlungspraktiken wie das Anreden von pädagogischen Fachkräften mit "Tante" oder "Lehrerin" weisen darauf hin, dass manche Gemeinschaften dem Herausfinden von Beziehungen einen höheren Stellenwert beimessen als der Verwendung von Namen, die Menschen als Individuen kennzeichnen. Die Verwendung von Namen kann jedoch in anderen Kulturen sehr wichtig sein, um Freundschaft und Zugehörigkeit zu festigen.

Fragen Sie die Familien danach:

  • wie Kinder und Erwachsene Respekt zum Ausdruck bringen
  • wie sie es bevorzugen, Informationen weiterzugeben - mündlich, schriftlich oder mit technischen Mitteln.

Oder Sie fragen nicht und bieten den Familien stattdessen Informationen über sich selbst und die Kita an - als Einladung für die Familien, Informationen über sich selbst zu geben.

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Möchte sich diese Familie von anderen abheben oder sich lieber anpassen?

In manchen Kulturen wird es geschätzt, schüchtern, still und zurückhaltend zu sein. Selbstbeherrschung und Kontrolle des Gefühlsausdrucks gelten als Zeichen der Reife, während Selbstbehauptung als Zeichen der Unreife gilt. In anderen Kulturen werden Kinder, die kontaktfreudig sind und gerne neue Situationen erkunden, im Vergleich zu Kindern, die keine Situationen suchen oder sich nicht aktiv daran beteiligen, positiv gesehen.

Was zu beobachten ist:

Kinder können darauf warten, dass man sie zu einer Aktivität einlädt oder sie dazu auffordert, oder sie können laut sein und Aufmerksamkeit einfordern und die Führung bei Aktivitäten und anderen Kindern übernehmen. Einige Kinder und Familien fühlen sich möglicherweise unwohl, wenn sie für etwas Positives, das sie getan haben, gelobt werden. Die Familien zögern vielleicht auch, sich zu äußern, weil sie fürchten, respektlos zu sein.

Fragen Sie die Familien nach:

  • ihren Erwartungen an das Verhalten der Kinder in der Einrichtung.

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Wie sieht diese Familie die Aufteilung der Verantwortung mit den Kindern? Wird von den Kindern erwartet, dass sie abhängig oder unabhängig sind?

Manchmal wird zwischen "individualistischen" und "kollektivistischen" Kulturen unterschieden. In individualistischen Kulturen steht das Individuum im Mittelpunkt und die Unabhängigkeit wird betont, während in kollektivistischen Kulturen die gegenseitige Abhängigkeit geschätzt wird und der Beitrag zur Familie wichtiger ist als die eigene Meinung.

Abhängigkeit und das Annehmen von Hilfe werden gefördert, und die indirekte Kommunikation oder das Lesen der Bedürfnisse der Gruppe, ohne dass es gesagt wird, wird bevorzugt. Unabhängig zu sein, wird dagegen als egoistisch und als Ablehnung der Familie angesehen.

Von Kindern wird nicht erwartet, Entscheidungen zu treffen, sondern diese werden von den Eltern getroffen, die wissen, was die Familie oder die Gruppe braucht. Die Entwicklungserwartungen an Kinder, sich selbst um Toilettengang, Essen und Schlafen zu kümmern, können in Familien, in denen Abhängigkeit geschätzt wird, ebenfalls sehr unterschiedlich sein. Wenn die gegenseitige Abhängigkeit geschätzt wird, werden die Eltern kleine Kinder eher füttern, als ihnen die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu ernähren. Die Eltern sehen es möglicherweise auch als ihre Aufgabe an, die Kinder anzuziehen.

Was zu beobachten ist:

Das Füttern mit Fingern und die Verwendung von Trinklernbechern kann für einige Kinder ungewohnt sein, und es kann sein, dass ihnen die Fähigkeit fehlt, sich selbst anzuziehen. Kinder haben möglicherweise auch Schwierigkeiten mit dem freien Spiel, da sie bisher eher die Erfahrung gemacht haben, dass sie angeleitet werden. Manche Kinder dürfen nur gemeinsam mit einem Familienmitglied Entscheidungen treffen und sind es nicht gewohnt, frei zu wählen und unabhängig zu sein.

Fragen Sie die Familien nach:

  • wer dem Kind bei den häuslichen Pflegeaktivitäten hilft
  • zu welchen Aufgaben das Kind in der Familie beiträgt und wie

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Auf welche Besonderheiten und Einstellungen legen die Familien wert?

Im Großen und Ganzen gehen Familien und pädagogische Fachkräfte aus verschiedenen Kulturkreisen eher von gemeinsamen als von unterschiedlichen Werten aus, wie z. B. der Wertschätzung von Bildung, Leistung und harter Arbeit.

Individualistische Kulturen legen Wert auf Unabhängigkeit, Selbstdarstellung, Selbstvertrauen, direkte und offene Kommunikation und die Entwicklung einzigartiger Fähigkeiten und Leistungen.

Kollektivistische Kulturen hingegen, die sich auf die Gruppe und den angemessenen Beitrag jedes Einzelnen und seinen Platz in der Gruppe konzentrieren, betonen gegenseitige Abhängigkeit, Selbstbeherrschung, Gruppenharmonie, Stärkung der Beziehungen und Erhaltung der Gruppe. Zu den Werten, die für kollektivistisch geprägte Familien wichtig sind, gehören Freundlichkeit, Fürsorge, ein Beitrag leisten und zu Diensten sein. Für manche Familien ist deshalb auch ein Erziehungsziel, dass ihre Kinder die sozialen Normen und Regeln des Umfelds verinnerlichen und befolgen.

Natürlich ist die Unterscheidung zwischen Individualismus und Kollektivismus nicht so eindeutig, da Kulturen und Familien Elemente von beiden enthalten, und die Kombination variiert auch je nach Kontext.

Familien können sich darin unterscheiden, wie hoch sie akademische Leistungen einschätzen. In manchen Familien sind Gehorsam und Konformität vielleicht wichtiger als die Entwicklung individueller Interessen der Kinder. Familien legen vielleicht Wert auf Bescheidenheit und Selbstverbesserung und ermutigen ihre Kinder, über ihre Fehler nachzudenken und daraus zu lernen. Dies kann auch bedeuten, dass man als Sozialisationswerkzeug, um den Kindern kulturelle Werte zu vermitteln, sie dazu bringt, sich zu schämen, oder dass man ihnen hilft, über ihre Fehler nachzudenken und sich schlecht zu fühlen.

Was zu beobachten ist:

Kinder akzeptieren möglicherweise bereitwillig die Entscheidungen, die ihre Eltern in Bezug auf ihre Lernaktivitäten für sie treffen, oder sie lassen sich von Erwachsenen oder der Gruppe leiten und sind nicht in der Lage, selbst Entscheidungen zu treffen.

Es kann sein, dass die Kinder mehr damit beschäftigt sind, auf die anderen aufzupassen und ihnen zu folgen, als eigenständige Spielentscheidungen zu treffen. Sie haben vielleicht ein ruhiges Auftreten. Umgekehrt können sie sich in einer Umgebung, in der sie frei entscheiden können, wohlfühlen, ihre eigenen Spielpläne entwickeln und diese auch selbstbewusst umsetzen.

Fragen Sie die Familien nach:

  • ihren Erwartungen und Bestrebungen, die Interessen ihrer Kinder, ihre Ziele für ihre Kinder und die Art und Weise, wie sie ihren Kindern helfen, diese Ziele zu erreichen
  • wie sie denken, dass Sie ihre Bemühungen ergänzen könnten.

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Welche Arten von Aktivitäten werden als riskant oder ungeeignet für Kinder angesehen?

Wasserspiele und Risikobereitschaft können für viele Eltern ein großes Problem darstellen. Familien könnten Wasser- und Sandspiele als ein Gesundheits- und Sicherheitsrisiko ansehen, oder sie könnten Kinder, die nass und schmutzig sind, als eine Form der Vernachlässigung betrachten. Darüber hinaus kann die Besorgnis über das Spielen mit Wasser daher rühren, dass sie in Ländern leben, in denen es nicht viel Wasser gibt und Wasser nicht als etwas angesehen wird, mit dem man spielen kann.

Strategien zum Lernen und zur Erkundung der Welt werden von der Kultur beeinflusst, und es kann sein, dass nur in der dominanten Kultur kritisches Denken und das Verbalisieren von Annahmen geschätzt werden; in anderen Kulturen können diese Verhaltensweisen als unangemessen und beleidigend angesehen werden.

Was zu beobachten ist:

Familien können verlangen, dass ihr Kind eine bestimmte Tätigkeit nicht ausübt, oder sie können für bestimmte Tätigkeiten besondere Ausrüstung wie Schürzen oder Helme zur Verfügung stellen. Kinder haben möglicherweise Schwierigkeiten, ihre Meinung zu äußern oder Fragen zu stellen, wenn dies in ihrer Kultur als unangemessen angesehen wird.

Fragen Sie die Familien nach:

  • welche Sorgen oder Bedenken sie haben könnten
  • was sie an der Einrichtung am meisten schätzen
  • was ihrer Meinung nach getan werden könnte, um ihr Kind oder ihre Kinder in der Einrichtung glücklicher zu machen
  • was ihrer Meinung nach das Spielen, Lernen und die Beziehungen der Kinder verbessern würde.

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Welche Art von Lernmethoden schätzt diese Familie?

Die Vorstellungen von kindzentrierter Erziehung und freiem Spiel sind im westlichen frühpädagogischen Diskurs fest verankert. Es gibt aber Familien, die alternative Lernmethoden wie Lernen durch Beobachtung und kompetenzorientiertes Lernen anwenden und schätzen.

Einige Familien glauben, dass Lernen durch strukturierten Unterricht und Arbeitsblätter erfolgt, und erwarten, dass Kinder passive Wissensempfänger sind. Diese Familien konzentrieren sich beim Lernen zu Hause eher auf schwierige Dinge wie Buchstaben, Zahlen, Zeichnen und formellen Musikunterricht, insbesondere weil sie einen Mangel an akademischem Lernen in der Kita wahrnehmen. Das führt zu einer Entkopplung zwischen dem Lernen in der Kita und zu Hause. Diese Familien betrachten Spiel und Lernen wahrscheinlich als getrennt, anstatt das Spiel als Mittel zum Lernen zu verstehen. Vielmehr wird das Spielen als Ablenkung von den Lernaufgaben empfunden.

Was zu beobachten ist:

Die Familien lassen die Kinder bei strukturierteren Aktivitäten sitzen, bevor sie sie in der Einrichtung lassen, z. B. am Schreibtisch. Die Kinder üben vielleicht gerne das Schreiben, indem sie Buchstaben und Zahlen abschreiben.

Fragen Sie die Familien danach:

  • was sie tun, um ihren Kindern beim Lernen zu helfen
  • was passiert, wenn Kinder Fragen stellen, und ob und wie sie selbst forschen
  • was ihre Überzeugungen und Einstellungen zum Spielen sind.

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Wie sieht diese Familie die Zusammenarbeit mit pädagogischen Fachkräften?

Familien haben unterschiedliche Erwartungen an und Einstellungen zu pädagogischen Fachkräften, was die Bemühungen um eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Eltern unterstützen oder behindern kann.

Einige kulturelle Gruppen haben eine so große Hochachtung vor den pädagogischen Fachkräften, dass sie sich nicht trauen, sich in der Kita einzubringen. Ihr Respekt vor und ihr Glaube an die professionelle Kompetenz der pädagogischen Fachkräfte kann auch dazu führen, dass sie es vermeiden,

  • sich zu beteiligen
  • in die Einrichtung hineinzuwirken
  • die Erzpädagogischen Fachkräfte zu kritisieren oder
  • Meinungsverschiedenheiten mit ihnen auszudrücken.

Wenn Eltern der Meinung sind, dass die pädagogischen Fachkräfte einen hohen sozialen Status und eine hohe Autorität haben, kann es sein, dass sie eine Partnerschaft mit den pädagogischen Fachkräften als unangemessen und respektlos ansehen.

Es kann aber auch sein, dass sie ihre Zustimmung zum Ausdruck bringen und sich den Erwartungen der Einrichtung anpassen. Die Kita kann aber auch als ein Ort angesehen werden, an dem die Kinder lernen, und nicht als eine Gemeinschaft, zu der die Familien gehören sollten.

Was zu beobachten ist:

Familien haben möglicherweise widersprüchliche Ansichten darüber, wie wichtig es ist, kulturell angemessene Handlungspraktiken oder die eigene Sprache in die Kita einzubringen. Einige legen vielleicht keinen Wert auf die Verwendung ihrer eigenen kulturellen Handlungspraxis in der Einrichtung, da sie möchten, dass ihre Kinder die kulturellen Gewohnheiten der dominanten Gruppe erlernen.

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Was könnten Sie tun, um Spannungen in Bezug auf Handlungspraxis, Überzeugungen und Werte einer Familie zu vermeiden?

Konflikte und Spannungen sind dann möglich, wenn Ihre beruflichen oder persönlichen Ansichten mit denen der Familie unvereinbar sind.

Entwickeln Sie Verständnis für die Sorgen der Eltern, hören Sie ihnen zu. Holen Sie nach Möglichkeit auch die Sichtweise von pädagogischen Fachkräften oder anderen Personen mit einem ähnlichen kulturellen Hintergrund ein. Erklären Sie behutsam Ihren Standpunkt und suchen Sie nach einvernehmlichen Lösungen.

Wenn Familien beispielsweise nasse und schmutzige Kinder als eine Form der Vernachlässigung ansehen, könnten Sie die Ansichten der Familien respektieren und gleichzeitig erklären, was die Kinder beim Spielen mit Sand und Wasser lernen.

  • Sie könnten versprechen, dafür zu sorgen, dass die Kinder nach dem Spielen sofort  trockene und saubere Kleidung anziehen.
  • Sie könnten den Eltern die Bedeutung des Lernens über Wasser oder den emotionalen Nutzen des Spiels mit Wasser nahebringen.
  • Sie könnten sowohl Lerngeschichten als auch tägliche Gespräche nutzen, um Lernbereiche zu thematisieren, die den Eltern nicht vertraut sind oder die ihnen Sorgen bereiten.

Familien unterstützen dann eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Kita, wenn sie die Vorteile genau verstehen.

Was zu beobachten ist:

Familien haben möglicherweise widersprüchliche Ansichten darüber, wie wichtig es ist, kulturell angemessene Handlungspraktiken oder die eigene Sprache in die Kita einzubringen. Einige legen vielleicht keinen Wert auf die Verwendung ihrer eigenen kulturellen Handlungspraxis in der Einrichtung, da sie möchten, dass ihre Kinder die kulturellen Gewohnheiten der dominanten Gruppe erlernen.

Sie sollten jedoch darüber nachdenken, wie Sie Ihre Handlungspraxis an die der Familie anpassen können, anstatt zu erwarten, dass sich alle den Werten Ihrer Einrichtung anschließen.

Wenn Ihre Erwartungen an die Unabhängigkeit des Einzelnen mit den Erwartungen der Familien an die gegenseitige Abhängigkeit kollidieren, können Sie die Bildungsstrategien so anpassen, dass die Möglichkeiten zur gegenseitigen Abhängigkeit betont werden.

Wenn zum Beispiel die Routine, dass die Kinder ihre Mahlzeit selbständig einnehmen, im Widerspruch zu den Wertvorstellungen der Familien von Gemeinschaft und gegenseitiger Abhängigkeit steht, könnten Sie diese Routinen (in gegenseitigem Einvernehmen) so anpassen, dass die Kinder ihr Essen gemeinsam an einem großen Tisch zur gleichen Zeit einnehmen.

Kitas könnten auch Bereiche finden, in denen kleine Veränderungen in der Handlungspraxis die kulturelle Sensibilität unterstützen können: z. B. die Umbenennung von "Geburtstagsfeiern", wenn erkennbar ist, dass einige Familien mit Fluchterfahrung eine andere Auffassung von der Bedeutung eines Geburtstags haben.

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Quelle: Dr. Vicki Hargraves, 2022 / "the education hub" New Zealand.

Übersetzt und aufbereitet von Christa Kieferle

Zuletzt geändert: Mittwoch, 1. März 2023, 11:59