Auszüge aus den curricularen Grundlagen Bayerns

3. Auszüge aus der Handreichung zum Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan

"Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan basiert auf dem Demokratieprinzip und damit auf Partnerschaft und Partizipation aller Beteiligten: Kinder, Eltern, Fachkräfte, Träger und Kooperationspartner der Einrichtung." S. 34

„Jedes Kind hat nach der UN-Kinderrechtskonvention das Recht, an allen es betreffenden Entscheidungen entsprechend seinem Entwicklungsstand beteiligt zu werden. Dieser Freiwilligkeit des Kindes steht die Verpflichtung der Erwachsenen gegenüber, jedem Kind Beteiligung zu ermöglichen und sein Interesse für Beteiligung zu erhalten und zu wecken, denn Kinder sind von Geburt an auf Selbstbestimmung hin angelegt. Partizipation stellt das Handeln mit Kindern statt für sie heraus und ist von Geburt an möglich. Den Kindern ein selbstbestimmtes Handeln im Lebensalltag zu ermöglichen gehört ebenso dazu, wie sie an der Gestaltung der Lernumgebung (zum Beispiel Raumgestaltung, Materialanschaffung), des Zusammenlebens (zum Beispiel Regeln aufstellen) und der Bildungsprozesse (zum Beispiel Bildungsthemen, Lerninhalte, Planung und Durchführung von Projekten) in der Einrichtung oder Tagespflege zu beteiligen.“ S. 35

„Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan streicht daher die Verantwortung der Kindertageseinrichtung, aber auch der Tagespflege, heraus, der Partizipation der Kinder einen hohen Stellenwert und festen Platz einzuräumen und in der Einrichtungskonzeption zu verankern. Eine auf Partizipation gründende Bildungspraxis umfasst insbesondere folgende Elemente:

  • Partizipation im Alltag (zum Beispiel sich in der Einrichtung frei und selbstbestimmt bewegen, Reflexion von Lerngeschichten mit Kindern, Morgenkreis);
  • Partizipation an der Planung und Durchführung von Projekten (zum Beispiel Auseinandersetzung mit bestimmten Themen; Umgestaltung der Lernumgebung);
  • Kindern Verantwortungsbereiche für Andere übertragen (zum Beispiel Haus- und Gruppendienste; Patenschaften für neue Kinder);
  • gemeinsam mit Kindern Regeln und Grenzen setzen;
  • die Kindertageseinrichtung als demokratisch verfasste Gemeinschaft gestalten“ S. 122

„Ein autoritativer Interaktionsstil
Der Erwachsene zeigt eine klare Struktur von Erwartungen, eingebettet in emotionale Wärme, Verantwortung für das Kind und Partizipation des Kindes selbst. Dies bedeutet, das Kind an Entscheidungen zu beteiligen, ihm Selbst- und Mitbestimmung sowie Unabhängigkeit zuzugestehen und seinen Standpunkt zu achten. Andererseits ist es jedoch unerlässlich, klare Regeln und Grenzen zu geben, die jedoch auch immer wieder an die Situation angepasst und gemeinsam mit dem Kind ausgehandelt werden.“ S. 136